Into the Night. Die Avantgarde im Nightcafe

TitelInto the Night. Die Avantgarde im Nightcafe
TypBuch
Jahr2020
AutorenHg. Florence Ostende, Hg. Lotte Johnson, Benzi Fabio, Cate Phillip Dennis, Cottrell Jo, Floe Hilary, Gigli Elena, Johnson Lotte, Kennedy Thomas, Kirschke Amy Helene, Klee Alexander, Klich Lynda, Meyer Raimund, Milner John, Mohebbi Sohrab, Okeke-Agulu Chika, Ostende Florence, Smith Camila und Wiezorek Marek
VerlagPrestel Verlag
OrtMünchen
ISBN978-3-7913-5887-1
Schlagwörter2020, Aaron Douglas, Ausstellungskatalog, Belvedere, Bertold Löffler, Carl Otto Czeschka, E. Simms Campbell, Elfriede Lohse-Wächtler, Fortunato Depero, Georgina Beier, Giacomo Balla, Hannah Höch, Hans Arp, Henri de Toulouse-Lautrec, Henri Rivière, Hugo Ball, Jacob Lawrence, Jeanne Mammen, Josef Hoffmann, Koloman Moser, Max Beckmann, Oskar Kokoschka, Otto Dix, Prince Twins Seven Seven, Sophie Taeuber-Arp, Susanne Wenger, Theo van Doesburg
Zusammenfassung

In Wien war es das 1907 von Protagonist_innen der Wiener Werkstätte gegründete und ausgestattete Kabarett Fledermaus, das den Übergang vom Secessionismus zum Expressionismus markierte. In Paris nahm das Chat Noir mit seinem Schattentheater in den 1880ern die Kinokultur vorweg. Im Zürcher Cabaret Voltaire wurde Dada gegründet. Der von Giacomo Balla designte Nachtclub Bal Tic Tac und das von Fortunato Depero entworfene Cabaret del Diavolo in Rom waren Brutstätten des Futurismus. Das minimalistische Design des Café L’Aubette in Straßburg stammte zum Teil von Theo van Doesburg, dem Mitbegründer von De Stijl. Im Berlin der Zwischenkriegszeit befeuerte die vibrierende Energie der Nachtclubs die Künstlerinnen und Künstler des Expressionismus und der Neuen Sachlichkeit wie Otto Dix, Jeanne Mammen oder Elfriede Lohse-Wächtler.

Nachtclubs, Cafés, Bars oder Kabaretts waren im 20. Jahrhundert wichtige Dreh- und Angelpunkte der Moderne und boten Künstlerinnen und Künstlern eine Plattform des kreativen Ideenaustauschs zwischen Malerei und Grafik, Architektur, Design, Literatur, Tanz und Musik. Die Ausstellung betrachtet zahlreiche dieser Schauplätze weltweit und spürt der vibrierenden künstlerischen Befruchtung nach, die von dort aus die Kunstgeschichte nachhaltig prägte. Sie durchbricht dabei bewusst die Grenzen eines eurozentristischen Blickwinkels. Thematisiert werden nicht nur die bekannten Schauplätze der Avantgarde, sondern auch das Café de Nadie in Mexiko-Stadt oder die Harlem-Renaissance in New Yorker Jazzclubs der 1920er- und 1930er-Jahre, deren Protagonistinnen und Protagonisten sich im Kampf gegen Rassismus engagierten. Den Schlusspunkt der Ausstellung bilden die Mbari Clubs, die Anfang der 1960er in Ibadan und Oshogbo, Nigeria, gegründet wurden, sowie der 1966 in Teheran eröffnete Künstlerclub Rasht 29.

Die Ausstellung wurde in Kooperation mit dem Barbican, London, realisiert und ist dort vom 4. Oktober 2019 bis zum 19. Jänner 2020 zu sehen.

Signatur

AK 2021/05